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Planerinnen in Sachsen

Integratives Familienzentrum

©Johann Husser
©Johann Husser

Ort

Dresden

Jahr

2023

Das ursprünglich als Schokoladenfabrik genutzte Gebäude wurde 1921 errichtet und im Jahr 2023 als Integratives Familienzentrum umgenutzt. Das Gebäude ist nicht denkmalgeschützt - dennoch war bei der Sanierung, dem Umbau und der Erweiterung der Bestandserhalt und die -nutzung ein oberstes Ziel. Die Gestaltung des Gebäudes zeigt nun durch das Sichtbarmachen der verschiedenen Materialien die unterschiedlichen Zeitschichten. Das alte Mauerwerk und die neuen Baustoffe sind an vielen Stellen unverputzt oder geschlämmt, um die alten Gebäudeteile von den neuen unterscheiden zu können. Durch diese Art des Umbaus bleibt der Prozess des Wandels sichtbar und nachvollziehbar. Durch den Erhalt von einzelnen Gebäudeteilen, Mauerwerk und Fundamenten konnte ein nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen bei der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes gewährleistet werden.

"Aus dem düsteren Funktionsbau ist ein freundlicher und wohnlicher Ort geworden, ohne radikale Erneuerung und große Gesten. Dabei veranschaulicht der Bau wieder einmal, zu welch ungewöhnlich guten Raumlösungen die Arbeit mit dem Bestand führen kann. Die feine gestalterische Differenzierung zwischen erhaltener und hinzugefügter Substanz erscheint dabei nicht didaktisch, sondern bereichert das Projekt um eine ästhetische und erzählerische Ebene. Dazu passt, dass auch die Kinder und Jugendlichen, die hier leben, nicht unbedingt eine leichte Vergangenheit hatten - die es jedoch nicht zu vergessen, sondern zu verarbeiten gilt." Elina Potratz, „Die Architekt“, Nr. 2/2024