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Planerinnen in Sachsen

„Irren ist menschlich“, Architekturprojekt – mentale Gesundheit

©Lea Scholz
©Lea Scholz

Jahr

Diplom 2022

Planungsbüro

Leopold Franzens Universität Innsbruck

Architektur kann als Abbild der Gesellschaft gesehen werden. So kann Gestaltung und Verortung ein Indikator sein, welche Wertigkeit gesellschaftlichen Themen gegeben wird. Psychiatrische Einrichtungen sind oft ein negativ Beispiel hierfür und offenbaren die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Krankheiten auf verschiedensten Ebenen. „Irren ist menschlich - die Psychiatrie und ihre wahnsinnigen Trabanten“ ist ein Architekturprojekt, das sich mit einer der wichtigsten Herausforderungen der heutigen, sich rasch urbanisierenden Welt befasst - der mentalen Gesundheit. Jede:r Dritte von uns wird im Laufe seines Lebens mit Problemen der psychischen Gesundheit konfrontiert sein. Die oft stigmatisierten und fehlinterpretierten Einrichtungen für psychische Gesundheit sind in der Regel große und zentralisierte Institutionen, die weit entfernt von den Lebensräumen ihrer Nutzer:innen liegen. Dieses Projekt stellt eine lokale Alternative im städtischen Umfeld dar, wo die mentale Gesundheit aus den stigmatisierten, tabuisierten Ecken geholt und ins Zentrum der Gesellschaft gerückt wird.

Ein Entwurf von Orten, die die Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Problemen berücksichtigen und so das Heilen unterstützen sollen. Das Projekt verortet sich an der Schnittstelle zwischen Freizeitgestaltung und therapeutischen Angeboten, eine Mischung aus Kulturzentrum und Auszeit für den Kopf. Ein öffentlicher Raum und gleichzeitig ein Schutzraum für alle, die sich auf simple Art und Weise mit ihrer psychischen Gesundheit auseinandersetzen möchten. Zusätzlich ist geplant, eine Bestands-Psychiatrie durch architektonische Veränderungen aufzuwerten. Das Ziel des Projektes ist es, die Behandlungslücke zwischen der Diagnose und der stationären Akutversorgung oder der medikamentösen Behandlung zu schließen und ein Bewusstsein für psychische Erkrankungen zu schaffen.

Welche Auswirkungen hat die gebaute Umwelt auf die Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und wie müssen Räume gestaltet sein, um Heilen zu helfen?