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Planerinnen in Sachsen

Beteiligungsprozess Alter Leipziger Bahnhof, Dresden

Ort

Dresden

Jahr

2023 - 2024

Planungsbüro

Landeshaupstadt Dresden

Rolle der Planerin

Projektleitung

Ausgestaltung des Kooperativen Planungs- und Beteiligungsprozess Alter Leipziger Bahnhof, Dresden

Erstmals wurde in Dresden ein 2023/24 durchgeführtes städtebauliches Wettbewerbsverfahren kontinuierlich und in gleicher Besetzung durch ein Gremium mit rund 50 Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerschaft, der Eigentümerseite, das Stadtrates und der Stadtverwaltung begleitet. Die Begleitung setzte bereits vor der Wettbewerbsauslobung mit der gemeinsamen Entwicklung der Aufgabenstellung in fünf Begleitgruppensitzungen an.

Das Areal umfasst das denkmalgeschützte Areal und Gebäude des 1839 errichteten Leipziger Bahnhofs, dem Endpunkt der ersten deutschen Ferneisenbahnlinie zwischen Leipzig und Dresden sowie die denkmalgeschützten Gebäude des Alten Schlachthofs. Die Planung sieht vor, die Areale und Bauten in die Neuentwicklung zu integrieren und weiterzuentwickeln, um ein vielfältiges, attraktives Stadtquartier mit Identität und Charakter zu schaffen. Außergewöhnlich ist der große Anteil an Freiraum, der in den Begleitgruppensitzungen und zuletzt mit der Wettbewerbsauslobung festgelegt wurde. Mehr als vier Hektar Freiraum, der heute wie eine Wildnis in der Stadt wirkt, sieht das Wettbewerbsergebnis als Frei- und Grünraum vor.

Wir, die Planerinnen und Planer des Amtes für Stadtplanung und Mobilität wollen gemeinsam mit den Preisträgerbüros KOPPERROTH – Architektur und Stadtumbau, PartGmbH, Fabulism GbR und Station C 23 den Versuch unternehmen, den ursprünglichen Charakter weitmöglich zu erhalten. 

Die Planungen sehen neben dem Bestand eine Neubaugeschossfläche von in der Begleitgruppe ausverhandelten ca. 182.000 Quadratmetern vor. Darin enthalten sind nicht nur Wohnen und gewerbliche Nutzungen, sondern vor allem ein großer Anteil für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Besonderes Augenmerk soll dem Erhalt bereits bestehender Einrichtungen und Nutzungen, wie der Hanse 3 und dem Freiraum für Skater sowie der Entwicklung eines Bahnhofs der Erinnerung um eine zuletzt gegründete Synagoge gewidmet werden. 

Das Quartier soll mit für alle nutzbaren Mobilitätshubs am Quartiersrand weitgehend autofrei gestaltet werden. Komfortable Fuß- und Radwege, ansetzend an dem Grünzug längs der Gehestraße sollen das Gebiet mit Pieschen, der Neustadt und dem Elbufer verbinden. 

Die Kooperative Quartiersentwicklung begann zunächst mit verwaltungsinternen Überlegungen 2022, mündete in die Wettbewerbsauslobung 2023 und dessen Ergebnis 2024. Schon 2025 soll mit der Bauleitplanung begonnen werden. Die intensive Arbeit in der Phase null lässt erwarten, dass diese in einem gestrafften Zeitraum von drei bis fünf Jahren vollzogen werden kann. Damit gehört der Planungsprozess über ein immerhin ca. 27 ha großes Areal zu einem bemerkenswert schnellen Prozess.